Operation Thunderbolt
Pazifisten und Tierschützer sollten jetzt besser wegschauen, denn hier kommt eine weitere Metzel-Orgie von „Ocean“. Und die ist keineswegs friedfertiger als ihre diversen Vorgänger, sondern eher das genaue Gegenteil!
Vor ungefähr zwei Jahren tauchte in den Spielhallen ein Automat mit einer MG vorne dran auf; das Ding hieß „Operation Fuchs“ oder „Wiesel“ oder so ähnlich (ja, es is‘ lange her!). Und da es sich binnen kurzem zu einem echten Renner entwickelt hatte, machte sich die Software-Company aus Manchester auch gleich an die Konvertierung. Die Freude währte (dank BPS) nicht lange; doch schon bald erschien der Nachfolge-Automat, diesmal sogar mit zwei MG’s! Jetzt gibt’s auch dazu eine Umsetzung für den Amiga – mal sehen, wie lange sich Operation Thunderbolt in öffentlichen Ladenregalen halten kann...
Die Vorgeschichte: Eine DC 10 wurde nach „Kalubya“ (das liegt - zufälligerweise - genau da, wo sich in meinen alten Schulatlas noch Libyen befunden hat! Entführt. Die Forderungen der Terroristen sind unerfüllbar, und so werden zwei Soldner losgeschickt, um die mittlerweile über das ganze Land verteilten Passagiere zu befreien. Ganz im Stil des Vorganger müssen sich der oder die Spieler durch acht verschiedene Level kämpfen und alles meucheln, was ihnen vor den Joystick (oder die Maus) kommt. Und das ist eine ganze Menge: haufenweise(!) Terroristen, Panzer, Hubschrauber, Jeeps, Hind-Helicopter (das sind die ganz großen), Kanonenboote, MIGs – bei dem Aufgebot würde selbst Rambo blaß werden! Gelegentlich tauchen Hunde oder Katze auf dem Bildschirm auf, die man ebenfalls abschießen muß, um an mehr Munition zu gelangen; außerdem segeln Kisten vom Himmel, die Granaten, kugelsichere Westen, Zielfernrohre, Energietränke oder wiederum Munition enthalten. In den Leveln vier und sechs lauern besonders widerstandsfähige Supergegner, und am Ende des letzten Levels muß man mittels Fangschuß den Piloten retten.
Ocean hat für dieses Game eine Auszeichnung für die Automatenumsetzung des Jahres erhalten, und das nicht ohne Grund: Man findet praktisch alle Features der Arcade-Maschine wieder, so wackelt z.B. der Screen, wenn man per Boot oder Jeep unterwegs ist, die komplette Sprachausgabe ist vorhanden, Grafik und Sound sind praktisch eins zu eins zum Automaten – eigentlich merkt man nur am gelegentlichen Nachladen, daß man vor’m Amiga sitzt. Natürlich ist Operation Thunderbolt trotzdem absolut ungeeignet für Leute, die Kriegsspiele verabscheuen, denn an Brutalität wurde wirklich nicht gespart. Wer dagegen seine Aggressionen am liebsten an Terroristen und Miezekatzen ausläßt, wird seine helle Freude haben – zumindest bis die BPS wider zur „Operation Index“ schreitet! Und das kann in diesem Fall nicht sehr lange dauern... (mm) Amiga Joker, Februar 1990 |
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hinzugefügt: May 11th 2013
Magazin: AJ
Punkte: 1
Hits: 2507
Sprache: german