Centurion
Der Kampf um Rom ist nicht mehr alleinige Sache der PC-Besitzer – dank der ungetrübten Konvertierungswut bei Electronic Arts dürfen nun auch Amigianer nach dem Weltreich grabschen. Aber rentiert es sich auch, extra die Tunika aus der Reinigung zu holen? |
![]() Um sich eine neue (tributpflichtige) Provinz einzuverleiben, muß zunächst deren Heer überwunden werden. In einer schön gezeichneten und animierten Kampfsequenz stehen sich die Armeen gegenüber; per Menü wählt man für seine Römer eine erfolgsversprechende Basis-Taktik, und schon beginnt die Keilerei. Sollte die Lage kritisch werden, kann man jederzeit unterbrechen und den Kohorten individuelle Befehle erteilen – oder gar den Rückzug anordnen. Jede Legion darf pro Runde (Jahr) eine Eroberung versuchen oder ihre gelichteten Reihen auffüllen; unbestechlich wie immer, entscheidet der Computer dann über Sieg oder Niederlage. Erfolge ziehen Beförderungen nach sich, und mit einem höheren Dienstgrad ist auch die Rekrutierung weiterer Armeen möglich. Gelegentlich kann man sich aber um die Prügel drücken, indem man mit dem gegnerischen Befehlshaber redet und einen Beitritt für seine Provinz aushandelt (nach Artikel 23 Grundgesetz oder so).
Schade, denn die Präsentation kann sich durchaus sehen lassen: Stimmungsvolle Grafiken, schicksalsträchtige Melodien und netter Hintergrundlärm bei den Schlachten und Actionszenen erfreuen Auge und Ohr. Auch die Steuerung bereitet keinerlei Probleme, nur macht es Centurion dem aufstrebenden Imperator etwas zu leicht – schon bald schmilzt das Interesse an dem Sandalen-Epos wie Schnee in der Frühlingssonne. Tja, mit einer Mehr-Spieler-Option wäre Rom ganz sicher nicht an einem Tag erbaut worden... (jn) Amiga Joker, Juli 1991 |
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hinzugefügt: September 15th 2013
Magazin: AJ
Punkte: 1
Hits: 1532
Sprache: german