InSzene 03-1994

Rainbow Party


InSzene "Rainbow Party"



Nicht jede Szene-Fete ist automatisch eine illegale Veranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit - unser Dr. Freak amüsierte sich z.B. neulich ganz legal auf der „Rainbow Party"
 
Unter diesem Namen fand in der Heinsberger Diskothek „Chez Renzo" am Samstag, dem 15. Januar, die bislang siebte Ausgabe der legendären Radwar Party statt, bei der traditionsgemäß nicht nur die CrackerProminenz vertreten war, sondern auch bekannte Persönlichkeiten aus der Softwareindustrie. Zu den Organisatoren gehörten die Gruppen Radwar Enterprises 1941 (MWS, TC, AVH, MG, DF), Spreadpoint (TIGER, AMIGAO, JOEY), Instar & Red Sector (FLYNN, IRATA, HENNIN und LARS) und Fairlight. Für einen Eintrittspreis von 25 DM bekam man zwei Freigetränke, Posler, Aufkleber und den Zutritt zum Frühstücksbuffet am. Morgen danach. Doch unsere Geschichte beginnt einige Stunden früher: Bereits am Vortag mühten sich die Organisatoren damit ab, den ganzen Laden sauberzumachen und für das gesellschaftliche Großereignis herzurichten. In zweieinhalb Metern Höhe wurden vier Videomonitore  installiert,  außerdem baute man eine computergesteuerte Laser und Lightshow, eine HiFi sowie eine KaraokeAnlage auf. Dazu kamen noch eine 6x4 Meter große Kinoleinwand und ein SonyVideobeamer, um Video und Computersignale direkt auf die Leinwand zu projizieren. Und zur Kanalisierung der heranströmenden Volksmassen aus Berlin, Hamburg, Köln, Neuss, Düsseldorf, München, Stuttgart und den angrenzenden Beneluxländern brachte man schließlich sogar Wegweiser auf den Autobahnen und Bahnhöfen rund um Heinsberg an. Mit gutem Grund...
 
Schon am Samstagvormittag reisten nämlich die ersten Freaks an und besetzten überfallartig sämtliche Tankstellen, Supermärkte und Kneipen in der näheren Umgebung, um sich mit Softdrinks und Süßigkeiten zu versorgen. Mittags um 12 waren ungefähr 100 Leute anwesend, dazu gehörten unter anderem Mitglieder der Gruppen Tristar & Red Sector, Genesis Project und Spreadpoint. Gegen 14.30 stand dann ein Reisebus bereit, der die sportlicheren Teilnehmer dieser Festivität zum örtlichen Bolzplatz brachte  gefolgt von über einem Dutzend weiterer, wild hupender Autos, die das verschlafene Städtchen in helle Aufregung versetzten. An dem für 15 Uhr angesetzten Fußballmatch nahmen drei schnell zusammengestellte Mannschaften mit je zehn Spielern teil, zu denen unglaublicherweise auch Rechtsanwall Günter Freiherr von Gravenreuth gehörte. Erwartungsgemäß wurde jeder Ballkontakt des Raubkopiererschrecks von einem gellenden Pfeifkonzert der Zuschauer begleitet, die sich durch ihre gehorteten Bierdosen und Feuerwerkskörpervorräte als professionelle Soccerfans zu erkennen gaben. Teilweise war das Publikum aber auch noch so jung, daß es in Begleitung seiner Erziehungsberechtigten angetreten war, die das Geschehen fleißig auf Video festhielten. Ungefähr um 17.30 Uhr war das Match dann gelaufen, und man machte sich wieder auf den Weg zur Disko, deren Pforten allerdings erst um 19.45 Uhr geöffnet werden sollten. Die mittlerweile auf etwa 300 Leute angewachsene Partygemeinde hielt sich solange mit Bier und eifrigen Diskussionen bei Laune, dazu verzeichneten die benachbarten Pommesbuden an diesem Tag wahrscheinlich die Rekordumsätze des Jahres. Inzwischen liefen innen die letzten Vorbereitungen ab, und nach einer Generalprobe des gesamten Equipments erhielt die Meute um 19.41 Zugang zum Veraristaltungsraum. Das gab natürlich ein Höllenspektakel, denn trotz des Drängens der allmählich ungeduldig werdenden Gäste wurde jedermann auf Waffen, Sprühdosen und dergleichen Gerätschaften kontrolliert. Direkt am Eingang konnte man sich auch ein TShirt mit dem Partyemblem besorgen, um das standesgemäße Outfit für die folgenden Ereignisse zu haben: Als erstes fielen gleich die Luftballons in der Dekoration den Sticheleien der Besucher zum Opfer... Ob Freiherr von Gravenreuth die Party überlebte, was bei den veranstalteten Competitions zu gewinnen war und was sonst noch so passierte  das alles erfahrt Ihr an dieser Stelle beim nächsten Mal; komplett mit Fotos und allem Drum und Dran! Mit diesem Versprechen verabschiedet sich für heute Euer Dr.Freak
 

 





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